Grußwort des Pastors

"Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maß der Liebe! Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den Herrn zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt."

Hosea 10, 12

Für die Profi- und Hobbygärtner ist das Frühjahr Hochsaison, Zeit zum Säen. Und wer sät, hat genaue Vorstellungen von der Ernte. Wer z.B. Hafer sät, erwartet im Spätsommer Hafer, nichts anderes. Das ist für uns nur logisch, selbstverständlich.

Der Prophet Hosea spricht auch vom Säen und Ernten. Er gibt damit Gottes Weisung an seine Landsleute weiter. Logisch wäre es jetzt allerdings, zu sagen: Wer Gerechtigkeit sät, also gerecht handelt und entscheidet, erntet sozusagen automatisch Frieden, ein gutes Miteinander. Aber davon ist hier nicht die Rede. Gott hält sich nicht an unsere Logik. Geerntet werden soll nach dem Maß der Liebe. Der Gott Israels fragt damit sein Volk, … und Jesus seine Gläubigen, seine Gemeinde: Wie sät ihr, wie erntet ihr? Oder anders: Tun wir es nach dem Maß der Liebe? Ist die Liebe Maßstab und Grundlage unseres Denkens, Redens und Handelns?

Wenn wir ehrlich sind, muss die Antwort lauten: Auf alle Fälle nicht immer. Wir meinen nämlich manchmal, wir könnten Gerechtigkeit auch ohne Liebe schaffen. Wir meinen, mit immer neuen Gesetzen, bzw. Regeln Menschen verändern, eine neue Gesellschaft, den Himmel auf Erden schaffen zu können. Aber wenn es ohne Liebe geschieht, sagt Paulus in 1Kor 13, ist das alles nur Aktionismus, viel Lärm um nichts. Dann hilft das uns und anderen nicht wirklich weiter. Denn der Frieden, das gute Miteinander lassen sich nicht einfach organisieren, mit immer mehr Regeln durchsetzen. Das verändert die Welt, die Menschen nicht wirklich. Das führt eher zu Selbstgerechtigkeit und Heuchelei.

Deshalb stellt sich immer wieder die Frage: Was treibt uns eigentlich? Sind wir erfüllt von dieser Liebe, die in der Liebe Gottes zu uns Menschen ihr Vorbild, ihren Grund hat? Geben wir dieser Liebe Raum in unserem Leben? Ist unsere Liebe eine dankbare Antwort auf die Liebe, die uns Jesus vorgelebt hat?

Ich wünschen Ihnen/Euch, dass dieser Satz des Propheten Hosea zu einem Nachdenken führt, dass Sie sich vom Maß der Liebe bestimmen lassen, dass das Maß der Liebe Euch prägt.

Ihr/Euer Johannes Schmidt

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