Grußwort des Pastors

"Wendet euer Herz wieder dem Herrn zu und dient ihm allein!"

1. Samuel 7,3

Dunkle Zeiten lagen hinter dem alten Gottesvolk. Die Nachkommen der führenden Priesterfamilie hatten nur die eigene Besitzstandswahrung im Kopf. Korruption war an der Tagesordnung. Die Bundeslade, das zentrale Heiligtum und jahrhundertelang angeblich der Garant für Gottes Gegenwart und Hilfe, war den Feinden Israels in die Hände gefallen. Sie brachte denen aber kein Glück und so schickten sie sie zurück. Aber auch in Israel wollte sie keiner haben. Zwanzig Jahre dauerte die Irrfahrt. Dann nahm sich der junge Samuel mit den obigen Worten der Angelegenheit an.

Möglicherweise können wir mit solchen Geschichten nicht mehr so viel anfangen. Zu sehr geht es um nationale Bedürfnisse. Außerdem war Religion zu sehr mit den Mächtigen verquickt. Trotzdem können wir nicht einfach darüber hinweg gehen. Was geht uns das mehr als 3.000 Jahre später noch an?

Wie macht man das: Das Herz Gott zuwenden? Wir schließen zunächst einmal aus: Keiner muss jetzt besondere Opfer bringen oder bestimmte Bußübungen absolvieren. Keiner muss sich in eine Liste eintragen und so seine Wende dokumentieren. Keiner muss Strichlisten führen über die Einhaltung bestimmter Gebote. Auch der Gottesdienstbesuch muss nicht nachgewiesen werden. Und Bekenntnistexte müssen auch nicht gelernt werden. Das alles kann dazu gehören, aber es steht eben nicht an erster Stelle.

Samuel zielt auf das Herz, also auf das Denken und Fühlen. Wenn etwas anders werden, wenn sich etwas wirklich nachhaltig verändern soll, dann braucht es Menschen mit einem neuen Denken und Fühlen. Aber das stellt sich nicht automatisch ein. Das hat mit Entscheidungen zu tun. Es geht um die Frage, wem wir dienen oder wem unsere Loyalität gehört, wem wir zuhören, wem wir gehorchen wollen.

Das wiederum kann nicht befohlen werden. Gott macht ein Angebot und bittet darum, dass wir es uns trauen, diesem Ruf zu folgen und eben so zu leben. Veränderungen beginnen immer dann, wenn wir auf Gottes Ruf, auf sein Geschenk, auf seine Zuwendung ehrlich antworten. Für das an Veränderungen reiche Jahr 2019 wünsche ich Ihnen/ uns allen, dass Sie/wir diesem Ruf folgen und so gut mit Veränderungen umgehen können.

Ihr/Euer

Johannes Schmidt