Grußwort des Pastors

"Jesus spricht: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch"

Johannes 20, 21

Da sitzen sie, … mutlos, am Boden zerstört, beherrscht von einer trüben Stimmung. Doch dann steht trotz verschlossener Türen der auferstandene Jesus vor ihnen. Friede sei mit euch!, so tönt es in ihr Schweigen. Jesus zeigt ihnen seine Hände seine Seite und wiederholt den Friedensgruß.

Da kommt Bewegung in die entmutigte Truppe. Ihnen wird eine weite Perspektive eröffnet. Sie müssen nicht mehr um sich selber kreisen oder als geschlossene Gesellschaft auftreten. Nein, sie sollen Gesandte sein, Botschafter. Sie sollen aufhören mit ihrer Nabelschau, dem Trübsinn. Sie sollen sich bewusstmachen, ganz neu erfassen: Sie sind Jesu Gesandte, seine Botschafter.

Die Aufgabe lautet aber nun nicht: Verändert die Welt! Bekehrt die Nichtglaubenden! Bringt sie auf den rechten Weg, … und wenn sie nicht wollen, dann zwingt sie zu ihrem Glück. Nein, sagt Jesus, seht euch meinen Weg an. Wie hat der Vater den Sohn gesandt?

Der Gott Israels hat ihn nicht mit weitreichenden wirtschaftlichen und politischen Vollmachten ausgestattet. Er soll nicht die Verhältnisse ändern. Er hat ihn gesandt, den „Armen die Frohbotschaft zu bringen, zu heilen, die gebrochenen Herzens sind, den Gefangenen Befreiung und den Gefesselten Erlösung anzukündigen, ein Zeitalter der Gnade auszurufen.“ (aus Jes 63,1.2) Sein „Handwerkszeug“ ist das Wort.

Das wiederum heißt für uns: Wer als Mitarbeiter Jesu entmutigt und verzweifelt ist, kann sich an den Mitarbeitern Jesu orientieren. Wie Jesus haben sie das Wort als ihr Handwerkszeug. Sie sollen damit einladen, werben. Sie sollen den Menschen den Gekreuzigten und Auferstandenen Jesus aus Nazareth vor die Augen malen. Sie sollen locken, diese gute Nachricht unter die Leute bringen, dafür werben, dass Menschen den Weg der Nachfolge wagen, dass sie sich einlassen auf den Weg des Friedens. Allerdings verheben sie sich, wenn sie die Welt verändern wollen, wenn der Himmel auf Erden zum Ziel wird.

Als Einzelne und als Gemeinde werden wir durch diesen Osterbericht ermutigt, mit dem Wort Jesu, mit den Worten der Bibel für die Menschen um uns herum da zu sein. Dass Sie/Ihr damit neue und gute Erfahrungen macht, wünscht Ihnen/Euch

Johannes Schmidt